All these emotions ...

Es gibt so viele von ihnen. Gefühle. Sie können klar verständlich, oder auch total verwirrend sein. Manchmal auch Beides gleichzeitig. Wir können sie nicht steuern und oft wünschen wir uns, manche von ihnen nicht empfinden zu können. Zum Beispiel Schmerz.Schmerz ist nicht nur eine körperliche Empfindung, sondern auch eine Gefühlsregung. Obwohl das Wort seine Bedeutung eigentlich nicht verändert, ist die Wirkung auf uns Menschen doch enorm. Wenn wir körperliche Schmerzen empfinden ist es meist einfach etwas dagegen zu tun. Man sucht einen Arzt auf oder verarztet sich selbst. Manchmal helfen so einfache Mittel wie Schmerztabletten bereits. Doch seelischer Schmerz lässt sich nicht mit Medikamenten behandeln. Wenn das so wäre, hätten viele Menschen gar keine Probleme. Oder doch? Wäre es gut keinen Schmerz zu empfinden?Heute war ein sehr verwirrender Tag für mich. Meine Gefühle … Empfindungen waren noch verwirrender als sonst. Ihr müsst wissen, dass ich keine gute Beziehung zu meinem biologischen Vater habe. Um genau zu sein ist sie miserabel. Ich war ihm immer egal, nicht gut genug für ihn … und jetzt, da er sich wieder hat scheiden lassen denkt er das mit meiner Halb-Schwester ausgleichen zu müssen. Sie ist alles für ihn. Um sie hat er gekämpft. Um mich nicht. Ich war egal. Heute war sein Geburtstag und er wollte unbedingt mit seiner Freundin, meinem Freund und mir essen gehen. Ich hatte kein gutes Gefühl dabei, als mein Freund zusagte. Ich bemerkte sofort wie mein Körper zu rebellieren begann. Mein Magen verkrampfte sich und mir wurde leicht übel. Heute war es dann schließlich so weit. Die Situation war merkwürdig. Angespannt. Ich wusste nicht wie ich mit ihm umgehen soll und er schien es auch nicht zu wissen. Während unsere Begleiter versuchten die Lage etwas zu entspannen verfolgten wir unsere typische Verhaltensmuster. Er versuchte seine Unsicherheit und Nervosität hinter einem zwanghaften Lachen und jede Menge Aufgedrehtheit zu verbergen. Ich hingegen zog mich immer weiter zurück und ließ die Anderen reden. So ging es den ganzen Abend weiter. Jetzt, da ich zu Hause bin, habe ich endlich Zeit über all das was ich heute Abend erfahren und empfunden habe nach zu denken. Tief in mir drin, weiß ich, dass ich mir ein ganz normales Verhältnis zwischen ihm und mir wünsche. Doch ich weiß auch, dass es nie dazu kommen wird. Es fühlt sich komisch an mit ihm zusammen zu sein. Gezwungen und falsch, weil ich weiß das ich ihm nicht wirklich wichtig bin. Er will nur sein Gewissen erleichtern. Er will nicht das ihm irgendjemand irgendwelche Vorwürfe machen kann. Keiner soll sagen können, er hätte es ja nicht versucht. Jetzt ist er aus dem Schneider und ich sitze hier und bin mir bewusst, dass er mich nie so lieben wird wie meine Schwester. Und obwohl ich das weiß, werde ich tief in mir immer dieses kleine verletzte Mädchen bleiben, das um die Aufmerksamkeit und Anerkennung eines Mannes kämpft, dem sie egal ist. Egal war und immer egal sein wird. Es mag furchtbar klingen da er ja mein „Vater“ ist, aber so ist die Realität nun mal. Ich kann sie nicht ändern, ich kann versuchen sie zu akzeptieren. Und an Tagen wie heute, wenn mir wieder bewusst wird wie viel Schmerz mir von IHM zugefügt wurde und wahrscheinlich noch zugefügt werden wird, wünsche ich mir auch dieses Gefühl nicht empfinden zu können? Aber wäre das richtig? Schmerz kann uns zerstören oder stärker machen. Doch er ist das was uns menschlich macht.Wenn wir das verstanden haben, wissen wir auch, dass wir nicht ohne Schmerz leben können und er uns ein Leben lang begleiten wird. Ebenso wie die ganzen anderen Gefühle und Emotionen in unserm Kopf.

4.10.15 00:34, kommentieren

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